Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
diese Patienteninformation dient Ihrer Aufklärung über die LED-Phototherapie mit einem medizinisch zertifizierten LED-Phototherapie-Gerät.
Bitte lesen Sie die folgenden Informationen sorgfältig durch, um sich umfassend über die Behandlung, ihre Vorteile sowie mögliche Risiken und Nebenwirkungen zu informieren.
Was ist die LED-Phototherapie?
Die LED-Phototherapie (Lichttherapie mit Licht emittierenden Dioden) ist ein nicht-invasives, schmerzfreies Behandlungsverfahren zur gezielten Stimulierung biologischer Prozesse in der Haut. Sie nutzt bestimmte Lichtwellen (rot, blau und nahes Infrarot), um Zellregeneration, Kollagenproduktion und Wundheilung zu fördern sowie Entzündungen zu modulieren.
Die zugrunde liegende Wirkung wird als Photobiomodulation bezeichnet. Dabei wird Lichtenergie (Photonen) von bestimmten Strukturen in den Zellen aufgenommen, die dadurch aktiviert werden – vergleichbar mit der Photosynthese bei Pflanzen. Dies fördert die Energiegewinnung innerhalb der Zelle, unterstützt die Regeneration und stärkt die natürlichen Reparaturmechanismen der Haut – ganz ohne Hitze, chemische Reize oder mechanische Belastung.
Entscheidend für eine medizinisch wirksame LED-Phototherapie ist die die exakte Abstimmung von Wellenlänge, Intensität, Behandlungszeit und Eindringtiefe. Hierfür verwenden wir ausschließlich ein medizinisch zertifiziertes LED-Phototherapie-Gerät, welches diese Bedingungen genau erfüllt. Es unterscheidet sich deutlich von einfachen Lichtgeräten für den Hausgebrauch, die meist zu schwach, zu breitbandig oder zu unspezifisch sind.
Die LED-Phototherapie ist für nahezu alle Hauttypen (Fitzpatrick-Hauttypen I–VI) geeignet – auch bei sensibler, vorgeschädigter oder entzündlicher Haut. Sie kann sowohl zur gezielten Therapie chronischer Hautprobleme als auch zur allgemeinen Hautpflege, Regeneration und Stabilisierung eingesetzt werden.
Die Methode ist wissenschaftlich fundiert, gut verträglich und mit keinerlei Ausfallzeit verbunden.
Vorteile der LED-Phototherapie
Die LED-Phototherapie ergänzt klassische und apparative Behandlungskonzepte auf ideale Weise: Sie kann therapiebegleitend eingesetzt werden, um Heilungsprozesse zu beschleunigen, Hautirritationen zu lindern und das Behandlungsergebnis stabiler und harmonischer wirken zu lassen.
Sie lässt sich auch gezielt zur Vorbereitung und Nachsorge ästhetischer Verfahren einsetzen – insbesondere bei Microneedling-Treatments, nach einer Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure, bei der Behandlung mimisch bedingter Falten mit Argireline („Bio-Botox“) sowie im Anschluss an ein Plasma-Lifting. In diesen Kontexten trägt sie dazu bei, Hautirritationen zu lindern, Schwellungen zu reduzieren, Entzündungen zu modulieren und die Gewebeintegration zu unterstützen. Das ästhetische Ergebnis wird dadurch nicht nur stabilisiert, sondern insgesamt harmonisiert.
Statt Symptome nur zu kaschieren, aktiviert die LED-Phototherapie gezielt die physiologischen Reparaturmechanismen der Haut. Die Regeneration erfolgt auf zellulärer Ebene mit anhaltendem Effekt. Da keine systemischen Nebenwirkungen bekannt sind, eignet sich die Methode auch für wiederholte Anwendungen im Rahmen ganzheitlicher Behandlungsstrategien.
Wirkprinzipien der LED-Phototherapie
Das eingesetzte medizinische LED-Phototherapie-Gerät arbeitet mit drei präzise definierten Wellenlängen:
1. Blaues Licht (415 nm)
Wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Es wird selektiv von Propionibacterium acnes absorbiert – dem Keim, der bei Akne-Patienten überaktiv ist. Durch photochemische Reaktionen entsteht Singulett-Sauerstoff, der diese Bakterien gezielt zerstört – ohne die Haut zu reizen. Gleichzeitig wird die Talgproduktion reguliert und die Porenstruktur verfeinert. Diese Wirkung ist besonders vorteilhaft bei öliger, unreiner und akneanfälliger Haut.
2. Rotes Licht (633 nm)
Dringt bis in die mittleren Dermisschichten ein und wirkt regenerativ. Es steigert die ATP-Produktion in den Mitochondrien, aktiviert Fibroblasten, fördert die Kollagen- und Elastinproduktion und verbessert die Mikrozirkulation sowie die Lymphaktivität. Die Haut gewinnt sichtbar an Dichte, Feuchtigkeit, Spannkraft und Gleichmäßigkeit. Es zeigt zudem eine positive Wirkung bei Pigmentstörungen, da es die Melaninregulation beeinflussen kann.3. Nahinfrarot Licht (830 nm)
Diese langwellige Strahlung dringt bis in das subkutane Gewebe ein. Dort entfaltet sie ihre Wirkung vor allem bei entzündlichen Prozessen, Mikrotraumata, Wundheilung und chronisch reaktiven Hautzuständen. NIR-Licht stärkt das Gefäßsystem, reduziert oxidativen Stress, beruhigt irritierte Haut und unterstützt die strukturelle Erholung auch bei tiefen Hautschäden. Besonders hilfreich ist es nach ästhetischen Eingriffen oder bei sensibler, verletzter Haut.
Je nach Indikation wird mit einzelnen oder kombinierten Wellenlängen gearbeitet.
Durchführung der LED-Phototherapie
Die Durchführung der LED-Phototherapie erfolgt in folgenden Schritten:
Vorbereitung
Nach einem kurzen Haut-Check und der Auswahl des passenden Behandlungsprogramms erfolgt die hygienische Vorbereitung des zu behandelnden Areals. Die Haut sollte gereinigt und frei von Pflegeprodukten, Lichtschutz oder Make-up sein.
Durchführung
Das LED-Phototherapie-Gerät wird in optimalem Abstand über der Haut positioniert. Je nach Zielsetzung und Hautzustand erfolgt die Bestrahlung mit einer oder mehreren Lichtfarben (Monotherapie oder Kombination).
Die Behandlung erfolgt in liegender Position, ist vollkommen schmerzfrei und erfordert keine aktive Mitwirkung. Eine Schutzbrille wird bereitgestellt.
Eine Sitzung dauert ca. 20 bis 30 Minuten.
Nachsorge
Nach der Behandlung ist keine besondere Nachsorgemaßnahme erforderlich. Die Haut kann sofort wieder gepflegt und – falls notwendig – leicht gekühlt werden. Je nach Behandlungsziel kann die Anwendung einmalig oder in mehreren Sitzungen erfolgen.
Behandlungsfrequenz und Wirkungseintritt
Je nach Ausgangslage und Therapieziel ist eine Serie von 6 bis 12 Sitzungen erforderlich, mit einer Frequenz von 2–3 Anwendungen pro Woche. Erste sichtbare Ergebnisse zeigen sich meist nach wenigen Sitzungen – besonders bei Hautbildverbesserung, Rötungsreduktion oder Akne.
Bei chronischen Hautproblemen oder zur Hautbildverbesserung empfehlen wir Behandlungsserien in abgestimmten Intervallen.
Die volle Regenerationswirkung entfaltet sich in den Wochen nach Beendigung der Serie. Zur Langzeitstabilisierung empfehlen sich Erhaltungssitzungen in individuell abgestimmten Intervallen.
ℹ️ Vermietung LED-Phototherapie-Gerät
Für Patienten, die eine regelmäßige Anwendung wünschen, bieten wir auf Anfrage auch die kurzzeitige Vermietung unserer medizinischen LED-Phototherapie-Geräte an – beispielsweise zur intensiven Heimanwendung im Rahmen eines strukturierten Therapieplans.
Die Vermietung erfolgt über unseren Partner corporesano.
Anwedungsgebiete für die LED-Phototherapie
Die LED-Phototherapie ist ein vielseitiges Verfahren, das sowohl kurativ als auch unterstützend eingesetzt werden kann.
Die LED-Phototherapie eignet sich unter anderem bei:
Akne vulgaris (leicht bis schwer)
Rosazea und Couperose
Chronischen Rötungen, diffusen Teleangiektasien, Hyperreaktivität
Hautalterung, Falten, Strukturverlust
Pigmentstörungen (Melasma, postinflammatorisch, solare Lentigines)
Psoriasis, Ekzemen, perioraler Dermatitis
Wundheilungsstörungen, Operationsnarben, Verbrennungen, posttraumatische Reizung
Muskuloskelettale Beschwerden (degenerative Gelenkerkrankungen, myofasziale Schmerzen, muskuläre Verspannungen, funktionelle Bewegungseinschränkungen)
Sensible Haut mit Barrierefunktionsstörungen, neurogener Entzündung
Vorbereitung und Nachsorge bei ästhetischen Verfahren
Microneedling-Treatment
Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure
Behandlung von mimisch bedingten Falten mit Argireline
Plasma-Lifting
Mögliche Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
Obwohl die LED-Phototherapie im Allgemeinen sehr gut vertragen wird, können in seltenen Fällen Nebenwirkungen auftreten.
Nach der Behandlung kann es unmittelbar zu kurzzeitiger Rötung, leichtem Spannungsgefühl oder einem Wärmeempfinden der Haut kommen. Diese Reaktionen sind in der Regel mild ausgeprägt und klingen innerhalb weniger Stunden spontan wieder ab.
Leichte Kopfschmerzen wurden vereinzelt nach der Behandlung beobachtet. Sie sind selten, vorübergehend und meist gut durch Ruhe oder ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu regulieren.
Vorübergehende Hautverfärbungen, insbesondere in Form einer postinflammatorischen Hyperpigmentierung, können bei empfindlicher Haut auftreten – insbesondere dann, wenn das Lichttherapiegerät direkten Hautkontakt hat. Aus diesem Grund soll die Haut das Gerät nicht berühren; ein Abstand von mindestens 2,5 cm wird empfohlen. In der Regel sind solche Verfärbungen harmlos und bilden sich spontan zurück.
Kurzzeitige Verschlechterungen bestehender Hautirritationen wurden gelegentlich beschrieben, insbesondere bei entzündlichen Hautbildern. Diese Reaktionen deuten meist auf eine gesteigerte Zellaktivität im Rahmen des regenerativen Prozesses hin und gelten als unbedenklich.
Allergische Reaktionen sind extrem selten und betreffen gegebenenfalls verwendete Hautreinigungs- oder Pflegemittel im Rahmen der Behandlungsvorbereitung.
Gegenanzeigen
Die LED-Phototherapie ist nicht geeignet bei:
Epilepsie oder lichtinduzierte Anfällen
Ausgeprägte lichtinduzierte Migräne oder starke Lichtempfindlichkeit
Bekannte lichtsensitive Erkrankungen (z. B. Lupus erythematodes, Porphyrie, phototoxische Ekzeme, Albinismus)
Einnahme von photosensibilisierenden Medikamenten (z. B. Tetrazykline, Isotretinoin, Retinoide, Methotrexat, Johanniskraut)
Aktive Krebserkrankungen oder maligne Grunderkrankungen
Schwere Immunschwäche oder systemische Autoimmunerkrankung (nur nach individueller Abwägung)
Schwangerschaft oder Stillzeit (mangels ausreichender Datenlage)
Hyperthyreose oder bekannte Schilddrüsenknoten (kein Einsatz im Halsbereich, mangels ausreichender Datenlage)
Ungeklärte oder verdächtige Hautveränderungen (vorherige dermatologische Abklärung notwendig)
Aktive Herpesläsionen im Behandlungsgebiet
Akute Hautinfektionen (z. B. Impetigo, Scharlach)
Tätowierungen im Behandlungsareal (mangels ausreichender Datenlage)
Ungeklärte Augenerkrankungen oder Zustand nach Netzhauteingriffen
Bekannte Netzhautdystrophie oder retinale Erkrankungen
Aktive fieberhafte Infekte oder grippale Beschwerden
Akute Beeinflussung durch Alkohol oder psychoaktive Substanzen
In diesen Fällen sollten alternative Behandlungsmethoden in Betracht gezogen werden. Ihr Heilpraktiker Hannes Rehbein wird mit Ihnen die für Sie geeignete Therapie besprechen.
Empfohlene Verhaltensregeln nach der LED-Phototherapie
Die Haut kann nach der Behandlung wie gewohnt gereinigt und gepflegt werden. Verwenden Sie vorzugsweise milde, reizfreie Produkte ohne Duftstoffe oder aktive Wirkstoffe. Bei empfindlicher Haut empfiehlt sich eine beruhigende, feuchtigkeitsspendende Pflege.
✅ ToxFox App
Bei der Auswahl Ihrer Hautpflegeprodukte empfehlen wir immer die Verwendung der ToxFox App, um diese schnell und einfach auf eventuelle Schadstoffe zu überprüfen.
Auf stark reizende Substanzen wie Retinol, Fruchtsäuren, Peelings oder hochkonzentrierte Wirkstoffseren sollte für 1–2 Tage verzichtet werden, um unnötige Hautirritationen zu vermeiden.
Ein konsequenter Lichtschutz (mindestens LSF 30, idealerweise LSF 50) ist empfehlenswert, insbesondere bei Aufenthalten im Freien.
Weitere Einschränkungen (z. B. in Bezug auf Sport, Sauna, Make-up) sind für die LED-Phototherapie nicht erforderlich – es sei denn, es wurden in Kombination ästhetische Verfahren durchgeführt. In diesem Fall gelten die spezifischen Nachsorgeempfehlungen des jeweiligen Verfahrens.
Download
Diese Patienteninformation steht Ihnen auch zum Download zur Verfügung:



